Konsumwahn und Minimalismus

Es ist interessant, wie wir Menschen auf die Marketing-Kampagnen der großen Konzerne reagieren und wie diese Maschinerie den Konsumwahn befördert. Minimalismus ist dagegen für die meisten Menschen ein Fremdwort. Es ist das Gegenkonzept zum vorherrschenden Konsumwahn, denn es steht für bewussten Konsum und Verzicht.

Da suggeriert uns ein Werbespot Erholung auf einer weit entfernten Insel und wir wollen genau dort Urlaub machen. Ein anderer Spot suggeriert uns, dass wir ein großes Haus und ein neues Auto brauchen, um es im Leben geschafft zu haben. Ein Artikel meint, dass wir bis zu einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro eine steigende Zufriedenheit in uns verspüren. Es gibt dutzende Beispiele, wie Werbung und die Medien uns einen angeblichen Mehrwert von Dingen und einem steigendem Einkommen verkaufen wollen. Erfolg verbinden die meisten Menschen mit einem hohen Einkommen, Status und Vermögen. Um dies zu erreichen, tauschen sie immer mehr Lebenszeit gegen Arbeit ein.

Weniger kann Mehr sein.

Aber was ist, wenn das alles nicht die erhoffte Zufriedenheit und das Glücksgefühl bringt? Was, wenn wir feststellen, dass der Konsumwahn und das Streben nach immer größeren beruflichem Erfolg uns auf Dauer teils mehr Schaden als Nutzen bringt? Vielleicht sind Minimalisten gerade deshalb zufriedener, weil sie Dingen weniger Wert beimessen und ihre Mitmenschen stärker wertschätzen. Minimalismus ist eine Lebensphilosophie. Wer viel besitzt, ist nicht automatisch zufriedener.

Ich selbst habe mich über viele Jahre unbewusst zum Minimalisten entwickelt. Ich strebe zwar nach Reichtum, aber nur, weil er mir finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit liefert. Ich verbinde mit viel Geld nicht viele Dinge, sondern viele Möglichkeiten, die Welt etwas besser zu machen. Minimalismus heißt für mich persönlich, bewusst zu konsumieren, bewusst zu leben und damit den Raubbau an der Natur auf ein Minimum zu reduzieren.

Reichtum auf positive Weise einsetzen

Minimalismus bedeutet für mich, dass ich bei Erreichen eines hohen Vermögens das Geld auf positive Weise einsetzen werde. Einen Teil will ich an gemeinnützige Organisationen wie Sea Shepherd spenden, um die Weltmeere vor dem Aussterben zu bewahren. Einen anderen Teil werde ich Tierschutzorganisationen wie der Stiftung Artenschutz spenden. Einen großen Teil werde ich verwenden, um z.B. über Mikrokredite Kapital für Gründer in Afrika zur Verfügung zu stellen, damit die Menschen sich ein besseres Leben aufbauen können.

Minimalismus heißt für mich, dass Arbeit nur Mittel zum Zweck ist, aber das es Alternativen gibt. Wer es richtig anstellt, kann allein von seinem Vermögen und den Zinsen leben, ohne seine Lebenszeit gegen Arbeit eintauschen zu müssen. Ich verstehe, dass einige Menschen Erfüllung in ihrer Arbeit finden, aber das gilt nicht für alle.

In diesem Sinne ist das Streben nach immer neuen Beförderungen und mehr Dingen der falsche Weg. Nicht nur, weil man mit dem Konsumwahn auf Dauer den Planeten zerstört, sondern weil man sich selbst die Möglichkeit nimmt, zu erkennen, dass Weniger Mehr sein kann.

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